Kniegelenkersatz kommt oft zu spät

14.01.2020

Für den besten Nutzen einer Kniegelenksoperation ist entscheidend, dass der Ersatz weder zu früh noch zu spät erfolgt. Die meisten Menschen zögern laut einer US-amerikanischen Studie jedoch viel zu lange. Die Auswirkungen: Mangelnde Beweglichkeit und Folgeerkrankungen.
Wird das Kniegelenk rechtzeitig operiert, kann man damit noch lange aktiv sein. image.originalResource.properties.copyright

Wenn die Operation für ein neues Kniegelenk zu lange herausgezögert wird, können die Menschen das neue Knie nicht voll ausnutzen. Laut der Studie aus Chicago war das bei 90 Prozent der Patienten der Fall. „Die Menschen warten und warten auf den Eingriff und verlieren den größten Nutzen“, sagte Prof. Hassan Ghomrawi von der Feinberg School of Medicine der Northwestern University in Chicago. „Wenn die Leute zu lange warten, passieren zwei Dinge: Die Arthrose führt zu einer Verschlechterung der Funktion. Manche Patienten sind nicht in der Lage, die Beine zu strecken, was sich auf das Gehen und die Beweglichkeit auswirkt. Wenn die Patienten sich nicht bewegen, können sie andere Gesundheitsprobleme beispielsweise an Herz und Kreislauf entwickeln. Wer zu lange wartet, erhält außerdem nicht so viele Funktionen zurück. Die Mobilität ist im Vergleich zu jemandem, der rechtzeitig operiert wurde, eingeschränkt.“

Wenn die Operation dagegen zu früh kommt, besteht das Risiko, dass später ein zweiter Ersatz benötigt wird. Das erfordert eine erneute, viel schwierigere Operation mit schlechteren Ergebnissen. Auch dies wurde häufig beobachtet.

Der ideale Zeitpunkt für eine Kniegelenkersatzoperation hängt von den Schmerzen, der Gelenkfunktion, radiologischen Befunden und dem Alter ab. Ghomrawi arbeitet mit seinem Team daran, ein besseres Verständnis für diese Faktoren zu entwickeln, um den optimalen Zeitpunkt für die Operation zu finden. Dafür wurden 8.002 Teilnehmer mit oder ohne Risiko für Knie-Arthrose bis zu acht Jahre lang beobachtet.

ZOU