Neue Erkenntnisse zu Nahtoderfahrung bei Herzstillstand

ZOU | 21.09.2023

Manche Menschen, die nach einem Herz-Kreislaufstillstand wiederbelebt wurden, hatten im bewusstlosen Zustand Gehirnmuster, die auf Gedanken und Erinnerungen schließen lassen. Dies berichten Forschende in der Fachzeitschrift „Resuscitation“.
Überlebende eines Herz-Kreislaufstillstands berichten manchmal von bestimmte Wahrnehmungen oder transzendente Erfahrungen. image.originalResource.properties.copyright

Einen Herz-Kreislaufstillstand überleben nur etwa 10 Prozent aller Betroffenen. In einer Studie beschrieben 11 von 28 Überlebenden eines Herz-Kreislaufstillstands hinterher, dass sie während der Wiederbelebung Erinnerungen, bestimmte Wahrnehmungen oder transzendente Erfahrungen hatten, obwohl sie noch bewusstlos waren. Das ließ sich auch messen: Bei einigen Patienten normalisierte sich die Hirnaktivität durch die Wiederbelebung nach etwa 35 bis 60 Minuten im EEG, was auf Bewusstsein schließen lässt.

Überlebende solcher Vorfälle berichten seit langem von einem gesteigerten Bewusstsein und besonderen Erfahrungen wie einer Trennung vom Körper oder dem Beobachten von Ereignissen ohne Schmerzen oder Stress. In dieser Studie wurde festgestellt, dass sich Nahtoderfahrungen von Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Illusionen und Träumen unterscheiden.

Die Forschenden vermuten, dass das sterbende Gehirn natürliche Hemmsysteme entfernt, was eine „neue Dimension der Realität“ ermöglicht, einschließlich klarer Erinnerungen von der frühen Kindheit bis zum Tod. Prof. Dr. Sam Parnia von der Universität New York sagte: „Ärzte haben lange geglaubt, dass das Gehirn nach etwa 10 Minuten bleibende Schäden erleidet, wenn das Herz aufgehört hat, es mit Sauerstoff zu versorgen. Wir haben jedoch beobachtet, dass das Gehirn auch noch lange danach Anzeichen einer elektrischen Erholung zeigen kann.“

Quelle: DOI 10.1016/j.resuscitation.2023.109903