Starkes Nasenbluten? Dahinter könnte eine behandelbare Erbkrankheit stecken

ZOU | 26.02.2025 09:21 Uhr

Hinter häufigem und starkem Nasenbluten könnte die Erbkrankheit HHT stecken, kurz für hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie. Bei Betroffenen sind die feinen Blutgefäße im Körper wegen einer genetischen Veränderung instabil. Einmal diagnostiziert, ist diese Erkrankung meist gut behandelbar.
Nasenbluten ist in vielen Fällen harmlos. Wer jedoch häufig starkes Nasenbluten hat, sollte dies am besten einmal ärztlich abklären lassen. image.originalResource.properties.copyright

HHT kommt selten vor: Etwa 1 von 5.000 Menschen hat die Erkrankung. Oft werden die Symptome anderen Krankheiten zugeschrieben, so dass es lange dauern kann, bis HHT diagnostiziert wird. Wer häufig spontanes Nasenbluten hat, das vielleicht sogar in der Familie verbreitet ist, klärt das daher am besten einmal ärztlich ab. Denn HHT kann unbehandelt im schlimmsten Fall schwere Folgen haben. 

Neben häufigem Nasenbluten kann HHT folgende Symptome verursachen:

  • Blutarmut (Anämie) durch Eisenmangel
  • Dunkler oder schwarzer Stuhl aufgrund von Blutungen im Magen-Darm-Trakt
  • Schlaganfall in jungem Alter oder unerklärliche kleine Schlaganfälle aufgrund von Blutungen im Gehirn
  • verformte Blutgefäße in der Leber
  • Herzversagen
  • Krampfanfälle
  • Kurzatmigkeit
  • rote Flecken und Linien auf Lippen, Zunge, Ohren und Fingerspitzen (Teleangiektasien)

Diagnostizieren lässt sich HHT durch genetische Tests. Es gibt einige bekannte Genvarianten, die HHT auslösen, und wahrscheinlich noch mehr unbekannte. Bei Menschen mit unbekannten Varianten gibt möglicherweise ein Arztgespräch Aufschluss, in dem über die persönliche und familiäre Vorgeschichte gesprochen wird. Oft bemerken Personen mit HHT in so einem Gespräch plötzlich Zusammenhänge mit Symptomen bei Eltern, Tanten, Onkeln und Großeltern.

In bildgebenden Untersuchungen fallen ungewöhnlich geformte Blutgefäße auf, häufig im Gehirn, der Leber, dem Magen-Darm-Trakt oder der Lunge. Diese müssen nicht unbedingt Beschwerden machen. Doch ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass die Blutgefäße reißen. 

Je nach Schweregrad und Ort gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Zur Vorbeugung von Nasenbluten können feuchtigkeitsspendende Salben und Sprays sowie Luftbefeuchter verwendet werden.
  • In regelmäßigen Kontrolluntersuchungen können die Blutgefäße und der Eisenspiegel überprüft werden.
  • Betroffene Blutgefäße können mit verschiedenen Methoden stabilisiert oder blockiert werden, damit das Blutungsrisiko sinkt. In manchen Fällen eignen sich auch Medikamente, die die Bildung neuer Blutgefäße hemmen.