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26.03.2025 11:26 Uhr
Ein Experiment mit Freiwilligen, die verschiedene Sorten von Kaugummi kauten und dabei nach bestimmten Zeiten Speichelproben abgaben, zeigt: Pro Gramm setzten die Kaugummis durchschnittlich 100 Mikroplastik-Partikel frei, wobei einzelne Sorten sogar bis zu 600 Partikel abgaben. Im Schnitt kauen Menschen 160 bis 180 kleine Kaugummis pro Jahr, was zu einer Aufnahme von etwa 30.000 Mikroplastik-Partikeln beitragen könnte.
Kaugummis bestehen aus einer gummiartigen Basis, Süßungsmitteln, Aromen und weiteren Zutaten. Für natürliche Kaugummis wird ein pflanzliches Polymer verwendet, während andere Produkte synthetische Kautschukbasen aus erdölbasierten Polymeren enthalten. „Überraschenderweise wurden beim Kauen sowohl bei synthetischen als auch bei natürlichen Kaugummis ähnliche Mengen an Mikroplastik freigesetzt“, sagte Lisa Lowe von der Universität Kalifornien in Los Angeles.
Kaugummi lieber länger kauen
Der Großteil der Partikel löste sich innerhalb der ersten zwei Minuten vom Kaugummi, nach acht Minuten Kauen waren 94 Prozent Kunststoffpartikel freigesetzt. Es könnte also sinnvoll sein, ein Kaugummi länger zu kauen, anstatt ein neues zu nehmen – zumindest, was die Belastung mit Mikroplastik betrifft.
„Wir wollen niemanden beunruhigen“, sagte Prof. Sanjay Mohanty, der Leiter des Projekts. „Wissenschaftler wissen nicht, ob Mikroplastik für uns schädlich ist. Wir wissen aber, dass wir im Alltag Kunststoffen ausgesetzt sind, und genau das wollten wir hier untersuchen.“ Er mahnte außerdem: „Der im Speichel freigesetzte Kunststoff ist nur ein kleiner Bruchteil des im Kaugummi enthaltenen Kunststoffs. Wird gebrauchter Kaugummi nicht ordnungsgemäß entsorgt, trägt er zusätzlich zur Plastikverschmutzung der Umwelt bei. Achten Sie also auf die Umwelt und werfen Sie den Kaugummi nicht einfach auf die Straße oder kleben Sie ihn an eine Kaugummiwand.“