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02.04.2025 10:34 Uhr
Meniskusverletzungen gehören zu den häufigsten Knieproblemen – vor allem bei Sportlern und älteren Menschen. Doch bisher sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Operationen oder Physiotherapie helfen nicht immer dauerhaft, und viele Betroffene kämpfen langfristig mit Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit.
Hydrogel passt sich an das verletzte Gewebe an
Jetzt gibt es neue Hoffnung aus der Forschung: Ein Team aus den USA hat ein neuartiges Material entwickelt, das beschädigten Meniskus im Knie reparieren könnte – ein sogenanntes Hydrogel, das aus Rinderknorpel gewonnen und per 3D-Druck individuell angepasst wird: „Wir haben ein Hydrogel entwickelt, das an das Alter des Patienten und die Steifigkeitsanforderungen des verletzten Gewebes angepasst werden kann. Das ist wichtig, weil der Meniskus unterschiedliche biochemische und biomechanische Eigenschaften aufweist, die je nach Stelle im Gewebe variieren“, sagte Dr. Su Chin Heo vom McKay Orthopaedic Research Lab in Pennsylvania.
Das Besondere an dem neuen Material: Es besteht aus Gewebe von Rinderknorpeln, aus dem alle lebenden Zellen entfernt wurden, damit es nicht zu Abstoßungsreaktionen kommt. So bleibt nur das sogenannte „Gerüst“ zurück – das Gewebe soll dadurch gut verträglich für den menschlichen Körper werden. Mit Hilfe von 3D-Druck passt das Forschungsteam das Material exakt an die beschädigte Stelle im Knie an.
Erste Erfolge in Tierversuchen
In ersten Tierversuchen zeigte sich, dass das Hydrogel Reparaturzellen anlockt. Diese bauen das Material in das eigene Gewebe ein. „In unseren Tierstudien haben wir gesehen, dass sich das Hydrogel gut in das umgebende Gewebe integriert und den Patienten so möglicherweise eine vollständigere Genesung ermöglicht“, sagt Dr. Se-Hwan Lee, der die Entwicklung praktisch umgesetzt hat. „Es handelt sich um eine präzise, biologisch angepasste Lösung. Wir glauben, dass sie aktuelle Behandlungen übertreffen wird.“
Bevor das neue Verfahren beim Menschen eingesetzt werden kann, sind noch weitere Studien nötig. Diese werden zunächst an größeren Tieren durchgeführt. „Unser erstes Ziel ist die Behandlung kleinerer, lokalisierter Meniskusrisse“, sagte Heo. „Sobald wir dort Erfolg haben, können wir unsere Arbeit auf komplexere Meniskusverletzungen ausweiten.“
Quelle: DOI 10.1016/j.bioactmat.2025.02.013