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04.04.2025 09:29 Uhr
Ein Forscherteam hat untersucht, wie bestimmte Darmbakterien mit Medikamenten reagieren. Dafür nutzten sie eine Mischung aus 30 weit verbreiteten Bakterienstämmen, die auch im menschlichen Darm vorkommen. Dann prüften sie, wie diese Bakterien auf 127 Medikamente wirken, die auf bestimmte Rezeptoren im Körper zielen, sogenannte GPCRs. Diese Rezeptoren sind wichtige Schaltstellen für viele Körperfunktionen.
Das Ergebnis: Bei 30 Medikamenten veränderten die Bakterien die Wirkstoffe. Besonders auffällig war dies bei 12 Arzneien – ihre Wirkstoffkonzentration nahm stark ab, weil die Bakterien sie abgebaut hatten.
Ein Beispiel ist der Wirkstoff Iloperidon, der bei Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt wird. Die Forschenden stellten fest, dass das Darmbakterium Morganella morganii den Wirkstoff Iloperidon in andere Stoffe umwandelte – sowohl im Labor als auch bei Versuchen mit Mäusen. Dadurch verlor das Medikament seine Wirksamkeit.
„Das Verständnis der Interaktion von GPCR-gerichteten Medikamenten mit der menschlichen Darmflora ist entscheidend für die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin“, erklärt Dr. Qihao Wu von der Pitt School of Pharmacy. Ziel sei es nun, den genauen Stoffwechselweg zu entschlüsseln, um Medikamente künftig gezielter zu entwickeln.
Diese Erkenntnisse könnten langfristig helfen, Therapien besser auf den Einzelnen abzustimmen und Medikamente so zu gestalten, dass sie auch bei unterschiedlicher Darmflora zuverlässig wirken.
Quelle: DOI 10.1038/s41557-025-01789-w