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Kortison-Präparate: Was gibt es rezeptfrei?

Apotheker Fabian Henkel  |  02.04.2025 09:34 Uhr

Die meisten Kortison-Präparate sind verschreibungspflichtig. Doch es gibt einige wenige Mittel auch rezeptfrei in der Apotheke. Was bei diesen Medikamenten zu beachten ist.

Frau, cremt sich ein.
Bei Mückenstichen oder Sonnenbrand helfen Cremes mit Hydrokortison, die auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind.
© Zhanna Danilova/iStockphoto

Kortison gilt als wirksames Mittel gegen Entzündungen, Allergien und Hautreizungen. Die meisten Präparate sind seit eh und je verschreibungspflichtig – andere dagegen mittlerweile ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Hier ein kleiner Überblick, welche rezeptfreien Kortisonmittel es gibt und gegen welche Beschwerden sie eingesetzt werden.

Salben und Cremes mit Kortison

Es handelt sich zum einen um Cremes mit Hydrokortison: Sie lindern Juckreiz, wirken gegen Entzündungen der Haut und mildern allergische Reaktionen. Klassische Anwendungsgebiete sind Insektenstiche, aber auch Sonnenbrand. Es gibt sie in zwei Stärken. Mein Tipp: zwei- bis dreimal am Tag dünn auftragen, eventuell einmassieren und nicht länger als zwei Wochen anwenden. 

Kortison-Nasenspray bei Allergien

Zum anderen gibt es rezeptfreie Kortison-Nasensprays mit Mometason, Beclometason oder Fluticason. Diese Sprays kommen bei Heuschnupfen zum Einsatz und sind dort Mittel der Wahl. Die Kortisonabkömmlinge wirken antiallergisch sowie antientzündlich und können länger als abschwellende Wirkstoffe wie Xylometazolin verwendet werden. Die Nasensprays sollte man aber nur einsetzen, wenn der Heuschnupfen vom Arzt diagnostiziert wurde. Auch bei chronischer Nasennebenhöhlen-Entzündung können diese Sprays hilfreich sein.

Wie wirkt Kortison eigentlich?

Kortisonpräparate dämpfen überaktive Immunreaktionen des Körpers – deshalb helfen sie bei Entzündungen, Juckreiz oder allergischen Beschwerden schnell und zuverlässig.

Auch rezeptfreie Medikamente können Nebenwirkungen haben

Nur weil etwas ohne Rezept erhältlich ist, heißt das nicht, dass es bedenkenlos und dauerhaft angewendet werden kann. Auch rezeptfreie Kortisonpräparate können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben oder unerwünschte Wirkungen zeigen. Bei Kindern, Schwangeren und Stillenden gilt besondere Vorsicht. Auch bei frei verkäuflichen Mitteln empfiehlt sich eine ärztliche Rücksprache, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wann lieber zum Arzt?

Wenn sich Beschwerden nach wenigen Tagen nicht bessern, sich verschlimmern oder unklar sind, sollte man ärztlichen Rat einholen – vor allem bei Hautveränderungen oder starken allergischen Symptomen.

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