Gesundheit

Sodbrennen: Magenspiegelung oft nicht nötig

04.12.2012 10:16 Uhr

Bei Patienten mit Sodbrennen gehen Ärzte oft auf Nummer sicher. Sie überweisen zum Spezialisten, um mit Hilfe einer Magenspiegelung ihre Diagnose zu untermauern. In vielen Fällen sein das nicht nötig, heißt es jetzt in neuen US-amerikanischen Behandlungsleitlinien.

Junge Frau liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einer schwarzen Ledercouch und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch
Üppiges Essen kann neben Bauchweh auch Sodbrennen verursachen.
© Picture-Factory - Fotolia

Gerade wenn es um die Refluxkrankheit gehe, könnten sich viele Patienten mit Sodbrennen die unangenehme Prozedur ersparen, sagen die Ärzte vom American College of Physicians. Bei dieser Krankheit fließt Mageninhalt in die Speiseröhre zurück und reizt dort die Schleimhaut. Zur Diagnose wird oft eine Endoskopie des oberen Gastrointestinaltrakts, also von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm, angeordnet. Die derzeitigen Daten weisen jedoch darauf hin, dass eine Magenspiegelung meist erst dann notwendig werde, wenn sich zum Sodbrennen noch weitere schwerwiegende Symptome wie Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken, Blutungen, Blutarmut, starker Gewichtsverlust oder häufiges Erbrechen gesellen, schreiben die Mediziner in den Behandlungsleitlinien, die in der Zeitschrift Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurden.

Darüber hinaus sei eine Magenspiegelung angezeigt, wenn eine Behandlung mit sogenannten Protonenpumpenblockern, das sind Medikamente, die die Ausschüttung von Magensäure regulieren, über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen nicht hilft, heißt es. Menschen, bei denen die Speiseröhre verengt sei und die nur schwer und unter Schmerzen schlucken können, sollten ebenfalls endoskopisch untersucht werden. Regelmäßig Spiegelungen alle drei bis fünf Jahre seien dagegen bei Patienten mit einem Barrett-Oesophagus notwendig, einer Komplikation der Refluxkrankheit, die mit einer Veränderung von Zellen der Speiseröhre einhergeht, so die Mediziner.

HH

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