01.07.2015
Während die einen Strategie-, Jump-&-Run- oder harmlose Rollenspiele auf der Spielkonsole bevorzugen, kämpfen andere virtuell gegen Monster oder Zombies. Die Angst, die sie dabei empfinden, ist echt, sagen US-Forscher. Und genau das ist es, was vielen so großen Spaß macht.
Einer neuen Studie zufolge können Videospiele die Spieler mindestens genauso ängstigen, wie Gruselfilme die Zuschauer. Wenn eine Horrorfigur ganz unerwartet auf der Bildfläche auftaucht, läuft es vielen eiskalt den Rücken herunter: Genau diese Angst macht den Reiz solcher Spiele aus. Fast die Hälfte der 269 befragten Studenten gab an, dieses Angstgefühl zu mögen, berichten Nicole Martins und Teresa Lynch von der Indiana University im Fachblatt Journal of Broadcasting and Electronic Media. Viele Befragten gaben bereitwillig ein oder sogar mehrere Beispiele, bei denen sie sich gefürchtet hatten. Zu den angsteinflößenden Elementen zählten die Dunkelheit, entstellte Menschen, Zombies oder das Unbekannte. Naturkatastrophen, das Wetter, Fantasy-Tiere und Vampire fanden dagegen deutlich weniger Spieler beängstigend.
Mehr als die Hälfte der genannten Titel, bei denen die Befragten Angst bekamen, gehörten zum Genre „Survival Horror“: Dabei müssen die Spieler im Rahmen einer Horror-Geschichte Angriffe von unheimlichen Kreaturen überleben. Einen Unterschied machte es, ob ein Spiel in der ersten oder in der dritten Person gespielt wurde. Aus der eigenen Perspektive packte die Spieler die Angst deutlich mehr, als wenn das Spiel in der dritten Person gespielt wurde. „Interaktivität war die am häufigsten genannte spontane Ursache von Angst“, sagen Lynch und Martins. Viele Teilnehmer berichteten davon, dass sie gerade dann Angst bekamen, wenn sie sich hilflos, gejagt oder überwältigt fühlten. Das Gefühl von Kontrollverlust spiele hier eine große Rolle für das Angstempfinden.
HH