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26.02.2025 09:59 Uhr
Die Ergebnisse stammen aus einer groß angelegten Untersuchung mit mehr als 100.000 Frauen aus dem Gesundheitswesen. Daraus ließ sich ablesen, dass Krankenpflegerinnen, die viele Zitrusfrüchte aßen, seltener an Depressionen erkrankten als andere. Schon eine mittelgroße Orange pro Tag senkte das Risiko für eine Depression um etwa 20 Prozent. Der Effekt scheint spezifisch für Zitrusfrüchte zu sein, denn bei Äpfeln und Bananen war das nicht zu beobachten.
Doch was macht Zitrusfrüchte so besonders? Die Forschenden fanden heraus, dass sie eine bestimmte Art von Darmbakterien fördern: Faecalibacterium prausnitzii. Dieses Bakterium kommt bei gesunden Menschen häufiger vor als bei Menschen mit Depressionen. „Wir glauben daher, dass dieses Bakterium den Verzehr von Zitrusfrüchten mit einer guten psychischen Gesundheit in Verbindung bringt“, erklärt Dr. Chatpol Samuthpongtorn von der Harvard Medical School. In einer weiteren Studie mit Männern konnte die Forschungsgruppe die Ergebnisse bestätigen.
Wie der Darm die Stimmung beeinflusst
Der menschliche Darm ist eng mit dem Gehirn verknüpft. Die in der Studie identifizierten Bakterien produzieren Stoffe, die die Bildung von Serotonin und Dopamin anregen – zwei wichtige Botenstoffe, die für unsere Stimmung eine große Rolle spielen. Diese Neurotransmitter beeinflussen nicht nur die Verdauung, sondern gelangen auch ins Gehirn, wo sie eine stimmungsaufhellende Wirkung haben können.
Dass Darmbakterien unsere Gesundheit beeinflussen, ist nicht neu. Frühere Studien zeigen, dass Faecalibacterium prausnitzii auch Entzündungen im Darm reduzieren kann. Nun scheint es, als könne dieses Bakterium auch eine schützende Wirkung auf die Psyche haben.
Ergänzung zur Behandlung?
Ob Zitrusfrüchte eine Depression tatsächlich heilen können, bleibt unklar. Die Forschenden betonen, dass sie keine Alternative zu einer ärztlichen Behandlung sind. Allerdings könnten sie als ergänzende Maßnahme helfen, die psychische Gesundheit zu unterstützen.
Wer also seiner Stimmung etwas Gutes tun möchte, könnte öfter zu Orangen, Mandarinen oder Zitronen greifen. Sie schmecken nicht nur erfrischend, sondern könnten auch einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden haben.