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02.04.2025 08:30 Uhr
Das Team hat Hörtests mit 450 Personen aus fünf Ländern durchgeführt – in Ecuador, England, Gabun, Südafrika und Usbekistan. Wie erwartet hörten die meisten von ihnen besser auf dem rechten Ohr als auf dem linken und das Hörvermögen ließ im Alter nach. Überraschend war dagegen, dass Frauen in allen Ländern ein um durchschnittlich zwei Dezibel empfindlicheres Gehör als Männer hatten. Professorin Turi King von der Universität Bath sagte: „Dies könnte auf eine unterschiedliche Hormonbelastung während der Entwicklung im Mutterleib zurückzuführen sein, da Männer und Frauen leichte strukturelle Unterschiede in der Cochlea-Anatomie aufweisen. Frauen haben nicht nur eine höhere Hörempfindlichkeit, sondern schneiden auch bei anderen Hörtests und bei der Sprachwahrnehmung besser ab. Das deutet darauf hin, dass ihr Gehirn Informationen auch besser verarbeiten kann.“
Der zweitwichtigste Einflussfaktor war die Umgebung: Menschen aus Waldgebieten konnten am besten hören, Menschen aus großen Höhen am schlechtesten. Die Forschenden vermuten, dass Waldbewohner eine höhere Hörempfindlichkeit aufweisen könnten, weil Wachsamkeit bei den vielen Geräuschen im Wald für sie überlebenswichtig ist. Auch eine geringere Schadstoffbelastung kommt als Ursache infrage. Bei Menschen in höheren Lagen könnte sich der niedrigere Luftdruck auf die Messungen ausgewirkt haben, denkbar ist aber auch eine körperliche Anpassung an den niedrigeren Sauerstoffgehalt in der Luft.
Außerdem war ein Unterschied zwischen Stadt- und Landbevölkerung zu beobachten: Stadtbewohner nahmen höhere Frequenzen besser wahr – möglicherweise filterten sie so störenden niederfrequenten Verkehrslärm besser aus.
Quelle: DOI 10.1038/s41598-025-92763-6