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03.04.2025 09:10 Uhr
Viele Männer denken bei einer Vasektomie, also der dauerhaften Sterilisation, zuerst an mögliche Nachteile – etwa die Sorge, dass die Sexualität darunter leiden könnte. Doch genau das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Eine aktuelle Studie aus München zeigt, dass Männer nach dem Eingriff sogar zufriedener mit ihrem Sexleben sind als vorher.
Durchgeführt wurde die Untersuchung an der Urologischen Klinik des Klinikums rechts der Isar. Die Forschenden analysierten Daten von über 5.400 heterosexuellen Männern aus der Bayerischen Männergesundheitsstudie. Davon hatten 679 eine Vasektomie hinter sich. Der Eingriff, bei dem die Samenleiter durchtrennt werden, verhindert zwar die Weitergabe von Spermien, beeinflusst aber weder die Hormonproduktion noch das Lustempfinden. Meist wird die Vasektomie ambulant durchgeführt.
Sexuell aktiv und zufrieden
Und wie sieht es mit der Sexualität danach aus? Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: 93 Prozent der sterilisierten Männer waren in den letzten drei Monaten sexuell aktiv – verglichen mit 83,2 Prozent bei den Männern ohne Vasektomie. Auch die Zufriedenheit mit dem Sexualleben war höher: 55,2 Prozent der Männer mit Vasektomie gaben an, glücklich mit ihrer Sexualität zu sein, bei den anderen waren es nur 44 Prozent.
Weniger Erektionsprobleme nach Vasektomie
Ein weiteres überraschendes Ergebnis: Männer mit Vasektomie litten seltener unter Erektionsproblemen. Nur 12,1 Prozent der sterilisierten Männer berichteten von einer erektilen Dysfunktion, bei den anderen waren es 20,1 Prozent.
Die Studie zeigt also: Die Angst, eine Vasektomie könne das Sexualleben negativ beeinflussen, ist unbegründet. Im Gegenteil – der Eingriff scheint vielen Männern mehr Sicherheit und Zufriedenheit zu geben.
Quelle: DOI: 10.1111/andr.13804