Natascha Schleif
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31.03.2025 08:45 Uhr
Die Bronchien sind Teil des Atmungssystems und leiten die eingeatmete Luft in die Lunge. Sie sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die vor Krankheitserregern, Fremdkörpern und Austrocknung schützt. Wenn diese Schleimhaut durch Viren, Bakterien oder Reizstoffe entzündet wird, schwillt sie an und produziert vermehrt Schleim. Dies führt zu Symptomen wie Husten, Auswurf und Atemgeräuschen.
Eine Bronchitis kann akut oder chronisch verlaufen. Unter einer akuten Bronchitis versteht man also eine akute Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien.
Akute Bronchitis tritt häufig im Zusammenhang mit Erkältungen auf und heilt meist innerhalb weniger Wochen aus. Eine chronische Bronchitis hingegen entwickelt sich langsam und kann die Lungenfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
Symptome einer akuten Bronchitis
Die Symptome einer akuten Bronchitis beginnen oft im Zusammenhang mit einer Erkältung oder Grippe mit trockenem Reizhusten, der nach einigen Tagen in einen produktiven Husten mit Auswurf übergeht. Der Auswurf kann klar, gelblich oder grünlich sein. Der Husten tritt häufig nachts auf und stört daher häufig dann den Schlaf.
Begleitend treten häufig pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche, leichtes Fieber, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Viele Betroffene klagen auch über ein Engegefühl oder leichte Schmerzen in der Brust.
Chronische Bronchitis hingegen entwickelt sich schleichend und wird oft durch anhaltenden Husten mit zähem, schleimigem Auswurf erkannt. Umgangssprachlich spricht man auch vom Raucherhusten, der besonders morgens verstärkt auftritt. Im fortgeschrittenen Stadium können Atemgeräusche, Brustschmerzen und Atemnot bei körperlicher Belastung hinzukommen.
Verlauf
Die akute Bronchitis heilt in den meisten Fällen innerhalb von drei Wochen aus, besonders wenn sie durch Viren verursacht wird. In schwereren Fällen, etwa bei bakteriellen Infektionen, kann eine spezifische Behandlung notwendig sein.
Bronchitis: Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie auf jeden Fall den Arzt auf, wenn
- Sie neben Husten auch unter Fieber oder Atemnot leiden,
- Husten und Auswurf länger als ein paar Tage anhalten,
- Sie sich sehr krank fühlen und / oder
- Der Husten länger als acht Wochen andauert. Dann sollte abgeklärt werden, ob Sie an einer chronischen Bronchitis erkrankt sind.
Ursachen einer akuten Bronchitis
Eine akute Bronchitis wird in mehr als 90 Prozent der Fälle durch Viren wie Rhino-, Influenza- oder Coronaviren ausgelöst. Sie werden per Tröpfcheninfektion weitergegeben, also durch Husten. Husten Sie daher immer in die Armbeuge, um Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen.
Seltener sind bakterielle Infektionen oder Allergene wie Pollen oder Hausstaubmilben die Ursache einer akuten Bronchitis. Auch chemische Reizstoffe oder Schadstoffe in der Luft können eine Entzündung hervorrufen.
Gibt es Risikofaktoren?
Ein geschwächtes Immunsystem, bestehende Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD, andere Vorerkrankungen wie Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) sowie anhaltende Exposition gegenüber Schadstoffen erhöhen das Risiko sowohl für akute als auch für chronische Bronchitis. Auch der Aufenthalt in kalten, feuchten Umgebungen und der mangelnde Zugang zu medizinischer Versorgung, wie etwa bei Obdachlosigkeit, begünstigt Erkrankungen.
Diagnose
Die Diagnose einer akuten Bronchitis basiert in der Regel auf der Krankengeschichte und den Symptomen. Die Ärztin oder der Arzt hört die Lunge ab und untersucht den Rachen. In schweren Fällen oder bei Verdacht auf eine Lungenentzündung können weitere diagnostische Mittel wie eine Röntgenaufnahme oder Blutuntersuchungen notwendig sein.
Chronische Bronchitis erfordert eine umfassendere Diagnostik.
Behandlung einer akuten Bronchitis
Die Behandlung der akuten Bronchitis konzentriert sich meist auf die Linderung der Symptome. Ruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen, den Schleim zu verflüssigen. Inhalationen mit Kochsalz oder ätherischen Ölen können die Atemwege beruhigen.
Medikamentöse Behandlung
Auch wenn eine Behandlung mit Medikamenten in der Regel nicht notwendig ist: Trockener Husten, festsitzender Schleim, Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Sind die Beschwerden sehr ausgeprägt, können bestimmte Wirkstoffe Abhilfe schaffen.
- Auf Fieber- und Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Paracetamol können Sie zurückgreifen, wenn Sie unter Beschwerden wie hohem Fieber, Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen leiden. Als Alternative zum fiebersenkenden Medikament können Sie auch ein altes Hausmittel verwenden: Wadenwickel. Senken Sie Fieber aber nicht um jeden Preis. Bei erhöhten Temperaturen oder leichtem Fieber kann man auf Fiebermittel auch verzichten – denn Fieber ist eine natürliche Körperreaktion, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützt.
- Hustenlöser (auch: Mucolytika) mit Wirkstoffen wie Acetylcystein oder Ambroxol sollen dabei helfen, festsitzenden Schleim zu lösen, damit besser abgehustet werden kann. In der Regel sind Hustenlöser nicht notwendig. Inwieweit Hustenlöser bei einer akuten Bronchitis tatsächlich einen Nutzen haben, ist noch nicht ausreichend belegt. Fragen Sie in jedem Fall Ihren Arzt, ob Sie diese Medikamente einnehmen sollten!
- Hustenstiller: Wenn Sie unter starkem, trockenem Husten leiden, der Ihnen zum Beispiel nachts den Schlaf raubt, können Hustenstiller – auch Hustenblocker oder Antitussiva genannt – kurzfristig eingesetzt werden. Hustenstiller enthalten meist den Wirkstoff Codein, der den natürlichen Hustenreiz unterdrückt. Sie sollten diese Medikamente nur bei sehr quälendem, trockenem Husten ohne Auswurf verwenden und nicht länger als eine Woche einnehmen. Bei Husten mit Auswurf sind Hustenstiller nicht geeignet, denn sie verhindern, dass Sie den Schleim abhusten können.
Antibiotika nur bei bakterieller Bronchitis
In 90 Prozent der Fälle wird die akute Bronchitis durch Viren ausgelöst. Antibiotika können gegen Viren nichts ausrichten und sind daher nur zur Behandlung einer durch Bakterien hervorgerufenen akuten Bronchitis geeignet. Wenn der Arzt eine bakterielle Bronchitis nachweisen konnte, wird er Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, denn Hausmittel und körperliche Schonung reichen hier unter Umständen nicht aus.
Allerdings kann es auch im Rahmen einer viralen Bronchitis passieren, dass Sie ein Antibiotikum erhalten – nämlich dann, wenn der Körper durch die Viren so geschwächt ist, dass sich zusätzlich Bakterien ansiedeln und zu einer Infektion führen können. Dies nennt man auch bakterielle Superinfektion. Insbesondere ältere Menschen oder solche mit einem geschwächten Immunsystem oder mit bestimmten Vorerkrankungen können eine Superinfektion entwickeln. Um diese Komplikation zu vermeiden, bekommen diese Personengruppen unter Umständen auch dann Antibiotika, wenn sie an einer unkomplizierten akuten Bronchitis leiden.
Was die Apotheke bei einer akuten Bronchitis rät
Bei akuter Bronchitis hilft eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, den Schleim zu lösen. Inhalationen mit Kochsalz oder ätherischen Ölen können die gereizten Bronchien beruhigen. Hustenstiller und schleimlösende Medikamente können je nach Art des Hustens eingesetzt werden, sollten aber in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt angewendet werden.
Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko einer Bronchitis deutlich senken. Dazu gehören regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung, die das Immunsystem stärkt. Auch die Reduktion von Schadstoffbelastung, etwa durch Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, trägt zur Prävention bei.
Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen sollten regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrnehmen, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Für die langfristige Gesundheit der Atemwege ist ein Verzicht auf Nikotin besonders wichtig.
Bronchitis kurz zusammengefasst
- Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchialschleimhaut und kann akut oder chronisch verlaufen.
- Symptome einer akuten Bronchitis sind Husten, Auswurf und Atemgeräusche.
- Ursachen einer akuten Bronchitis sind meist Viren.
- Die Behandlung einer akuten Bronchitis umfasst Ruhe, Inhalationen und bei Bedarf Medikamente.
- Eine akute Bronchitis klingt in der Regel auch ohne Behandlung nach spätestens drei Wochen ab.
Quellen