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Blasenentzündung: Ursachen, Symptome, Behandlungstipps

Natascha Schleif  |  13.03.2025 13:36 Uhr

Blasenentzündungen sind unangenehm und können Ihren Alltag erheblich beeinträchtigen. Doch was verursacht die Infektion, welche Symptome sollten Sie ernst nehmen und wie können Sie sich effektiv schützen? In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige – von den Ursachen über die Behandlung bis hin zu hilfreichen Tipps zur Vorbeugung.

Frau, hat Unterleibschmerzen.
Eine Blasenentzündung verursacht sehr unangenehme Symptome und tritt bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern.
© nensuria/iStockphoto

Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist eine Infektion der Harnblase, die meist durch Bakterien verursacht wird. Aus anatomischen Gründen sind Frauen häufiger von Blasenentzündungen betroffen, da ihre Harnröhre kürzer ist und näher am After liegt. Zudem können hormonelle Veränderungen die Schleimhaut anfälliger machen, und durch sexuelle Aktivität können Bakterien leichter in die Harnwege gelangen.

In den meisten Fällen ist eine Blasenentzündung harmlos und heilt mit der richtigen Behandlung schnell aus. Bleibt sie jedoch unbehandelt, können die Bakterien in die Nieren aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) verursachen. Diese kann mit starken Schmerzen, Fieber und in schweren Fällen sogar mit einer Blutvergiftung (Sepsis) einhergehen. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Schwangere und ältere Personen.

Die Blasenentzündung ist eine Infektion der ableitenden Harnwege und zählt zu den häufigsten Harnwegsinfektionen. Zu den ableitenden Harnwegen gehören der Harnleiter (zwischen Niere und Harnblase), die Harnblase und die Harnröhre. Daneben gibt es weitere Entzündungen der Nieren und Harnwege.

Zu den Entzündungen der Nieren und Harnwege zählen:

  • Entzündung des Nierengewebes (Pyelonephritis)
  • Nierenbeckenentzündung (Pyelitis)
  • Entzündung der Harnleiter (Urethritis)
  • Blasenentzündung (Zystitis)
  • Entzündung von Blase und Nierenbecken (Zystopyelitis)
  • Entzündung von Blase, Nierenbecken und Nierengewebe (Zystopyelonephritis)

Symptome einer Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung entwickelt sich oft schnell. Das erste Anzeichen ist meist ein verstärkter Harndrang. Betroffene müssen häufiger als gewöhnlich auf die Toilette und scheiden dabei meist nur geringe Mengen Urin aus. Das Wasserlassen kann schmerzhaft sein, oft in Form eines Brennens oder Stechens in der Harnröhre. Manche verspüren auch ein Druck- oder Krampfgefühl im Unterbauch.

Der Urin kann trüb aussehen oder unangenehm riechen. In einigen Fällen ist auch eine leichte Blutbeimengung sichtbar. Allgemeines Unwohlsein oder leichtes Fieber können auftreten, vor allem wenn die Infektion fortgeschritten ist.

Typische Symptome sind:

  • Häufiger Harndrang, oft mit nur kleinen Urinmengen
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Druckgefühl oder Schmerzen im Unterbauch
  • Trüber oder unangenehm riechender Urin
  • Gelegentlich Blut im Urin
  • Allgemeines Unwohlsein oder leichtes Fieber

Verlauf einer Blasenentzündung

In den meisten Fällen bleibt die Infektion auf die Blase beschränkt und klingt innerhalb weniger Tage von selbst oder mit entsprechender Behandlung ab. Wird frühzeitig reagiert, etwa durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und wärmende Maßnahmen, kann sich die Entzündung oft ohne Komplikationen zurückbilden.

Ohne Behandlung besteht jedoch das Risiko, dass sich die Infektion ausweitet. Die Beschwerden können intensiver werden, der Urin trübt sich weiter ein, riecht unangenehm oder enthält Blutspuren. Manche Betroffene entwickeln auch Fieber oder fühlen sich insgesamt abgeschlagen. Besonders problematisch wird es, wenn die Bakterien über die Harnleiter bis in die Nieren aufsteigen. Eine solche Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann mit starken Flankenschmerzen, hohem Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit einhergehen. In schweren Fällen droht sogar eine Blutvergiftung (Sepsis), die lebensbedrohlich sein kann.

Wer häufiger an Blasenentzündungen leidet, kann zudem eine chronische Form entwickeln. Dabei treten die Infektionen immer wieder auf, was langfristig die Blase reizt und ihre Funktion beeinträchtigen kann.

Ursachen einer Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung entsteht meist, wenn Bakterien – in den überwiegenden Fällen Escherichia coli (E. coli) – aus dem Darm über die Harnröhre in die Blase gelangen und sich dort vermehren. Normalerweise spült der Urin Keime aus den Harnwegen heraus, doch wenn die natürlichen Abwehrmechanismen nicht ausreichen, kann es zu einer Infektion kommen. Darüber hinaus gibt es einige Risikofaktoren, die eine Blasenentzündung begünstigen können

Risikofaktoren für eine Blasenentzündung:

  • Wenig Trinken führt zu einer geringeren Spülung der Harnwege.
  • Kalte Füße oder nasse Kleidung können die Durchblutung im Beckenbereich verschlechtern und die Abwehr schwächen.
  • Durch Geschlechtsverkehr können Bakterien leichter in die Harnröhre gelangen („Honeymoon-Zystitis“).
  • Schwangerschaft, ÜbergewichtWechseljahre oder die Einnahme der Pille können das Risiko erhöhen.
  • Zu aggressive Pflegeprodukte oder falsches Abwischen (von hinten nach vorne) können Keime in die Harnröhre befördern.
  • Wenn Urin nicht vollständig entleert wird, z. B. durch eine vergrößerte Prostata oder Blasenentleerungsstörungen, können sich Bakterien leichter vermehren.
  • Ein Dauerkatheter begünstigt Blasenentzündungen.
  • Erkrankungen wie Diabetes, Gicht oder Stress sowie die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Immunsuppressiva, Diuretika, Antibiotika, Chemotherapeutika und nichtsteroidale Antirheumatika) können das Risiko einer Blasenentzündung erhöhen.

Diagnose einer Blasenentzündung 

Wenn Verdacht auf eine Blasenentzündung besteht, erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch zu den Symptomen und möglichen Risikofaktoren. Dabei werden Symptome und Vorerkrankungen erfragt. Anschließend erfolgt die wichtigste Untersuchung: die Analyse des Urins mittels Urinprobe, die direkt vor Ort mit einem Teststreifen untersucht wird. Dieser kann bestimmte Werte wie Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Nitrit (ein Hinweis auf Bakterien), Eiweiß oder Blut nachweisen. Zusätzlich kann der Urin unter dem Mikroskop betrachtet werden, um Keime und Entzündungszeichen zu erkennen. Falls die Blasenentzündung kompliziert verläuft oder häufiger auftritt, wird eine Urinkultur angelegt. Dabei wird getestet, welche Bakterien genau vorhanden sind und welches Antibiotikum am besten wirkt.

Falls die Beschwerden schwerwiegender sind oder immer wiederkehren, können weitere Untersuchungen nötig sein:

  • Ultraschall der Blase und Nieren: um Restharn, Harnsteine oder strukturelle Probleme auszuschließen.
  • Blutuntersuchung: Falls der Verdacht besteht, dass die Infektion bis zu den Nieren vorgedrungen ist.
  • Blasenspiegelung (Zystoskopie): in seltenen Fällen zur Untersuchung der Blasenwand, z. B. bei chronischen Blasenentzündungen.

Behandlung einer Blasenentzündung

Bei einer bakteriellen Blasenentzündung kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Leichte Infektionen klingen allerdings oft von selbst ab und lassen sich mit Hausmitteln lindern. Halten die Beschwerden jedoch länger als zwei bis drei Tage an oder sind besonders stark, sollte eine Behandlung mit Antibiotika in Erwägung gezogen werden. 

Unterstützend zur Behandlung einer Blasenentzündung können verschiedene Hausmittel und Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu fördern: Viel trinken – mindestens 2–3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee täglich – hilft dabei, Bakterien auszuspülen. Spezielle Blasen- und Nierentees mit Goldrute, Brennnessel- oder Bärentraubenblättern wirken harntreibend und entzündungshemmend. Wärme, etwa durch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen, kann krampflösend wirken und Schmerzen lindern. Regelmäßiges Wasserlassen verhindert, dass sich Bakterien in der Blase vermehren. Zudem können Cranberry-Produkte oder D-Mannose das Anhaften von Bakterien an der Blasenwand erschweren. Auch Natronwasser kann helfen, indem es den Urin weniger sauer macht und die Blase beruhigt. Eine sorgfältige Intimhygiene mit pH-hautneutralen Waschlotionen und das Wischen von vorne nach hinten beugen weiteren Infektionen vor. Falls sich die Beschwerden trotz Hausmitteln nicht bessern oder Fieber, Rückenschmerzen oder Blut im Urin auftreten, sollte unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Diese Medikamente helfen bei einer Blasenentzündung

Für die Behandlung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung: Gegen die auslösenden Bakterien helfen Antibiotika. Je nach Wirkstoff dauert die Therapie zwischen einem und sieben Tagen. Zusätzlich können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen, die Beschwerden zu lindern. Bei starken Blasenkrämpfen können krampflösende Medikamente (Spasmolytika) eingesetzt werden. Wer häufiger an Blasenentzündungen leidet, kann vorbeugend pflanzliche Präparate mit Bärentraubenblättern, Kapuzinerkresse oder Meerrettich einnehmen. 

Was die Apotheke bei einer Blasenentzündung rät

  • Mindestens 2–3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag trinken, um die Blase gut durchzuspülen – am besten Blasen- oder Nierentee.
  • Viel Ruhe, den Unterleib warmhalten, warme Sitzbäder nehmen und Intimhygiene beachten.
  • Koffein, Alkohol und säurehaltige Getränke meiden – sie können die Blase zusätzlich reizen.
  • Synthetische Stoffe und enge Kleidung fördern ein feuchtwarmes Klima, in dem sich Bakterien leichter vermehren, tragen Sie daher lieber Baumwollunterwäsche.
  • Produkte auf D-Mannose-Basis sind rezeptfrei erhältlich und binden Bakterien, die mit dem Urin ausgeschieden werden.
  • Cranberry-Präparate können das Anhaften von Bakterien an der Blasenwand erschweren.
  • Pflanzliche Präparate mit Bärentraubenblättern, Kapuzinerkresse oder Meerrettich wirken antibakteriell und unterstützen die Blasengesundheit.
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol lindern Schmerzen und wirken entzündungshemmend.

Blasenentzündung kurz zusammengefasst

  • Eine Blasenentzündung wird durch Keime verursacht, meist Bakterien.
  • Typische Symptome sind Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang.
  • Ohne Behandlung kann die Infektion auf die Nieren übergreifen und ernsthafte Komplikationen verursachen.
  • Antibiotika sind eine wirksame Therapie, aber auch Hausmittel können unterstützen.
  • Viel trinken, Wärme und eine gute Intimhygiene helfen bei der Heilung und Vorbeugung.

Zuletzt aktualisiert: 13.03.2025

Quellen

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